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**Nachfrage nach Osteopathie steigt weiter

5.11.2021 – Fast jeder vierte Bundesbürger war bereits beim Osteopathen. Das zeigt eine Forsa-Studie aus dem Juli 2021. Sie veranschaulicht auch eine deutlich steigende Tendenz der Patientenzahl. Ungebrochen hoch ist die Zufriedenheit mit osteopathischen Behandlungen: 8 von 10 Patienten sind zufrieden oder sehr zufrieden mit der Behandlung.

Das renommierte Meinungsforschungsinstitut hat im Auftrag des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. im Juli 2021 knapp 2.500 Bundesbürger befragt. Mit beeindruckenden Ergebnissen: Nachdem 2018 bereits rund 18 Prozent und fast jeder fünfte Bundesbürger über 14 Jahren selbst oder mit seinem Kind in osteopathischer Behandlung war, ist diese Zahl in den letzten drei Jahren auf rund 23 Prozent und fast jeden vierten Bundesbürger angewachsen. Das entspricht über 14,6 Millionen Menschen. „Der Zuwachs um rund fünf Prozentpunkte in den letzten drei Jahren zeigt das anhaltend hohe Interesse und die wachsende Akzeptanz der Osteopathie„, unterstreicht VOD-Vorsitzende Prof. Marina Fuhrmann.

Gleichzeitig sank das Durchschnittalter der Patienten von 42 auf 37 Jahre, was überwiegend darauf zurückzuführen ist, dass viele Eltern ihre Kinder und Babys osteopathisch behandeln lassen. Osteopathie ist in allen Altersklassen gefragt. Interessant auch, dass Osteopathen inzwischen früher aufgesucht werden und der Anteil männlicher Patienten gestiegen ist. Rund 70 Prozent der Befragten finden ihre Osteopathin oder ihren Osteopathen durch Empfehlungen im persönlichen Umfeld. Mit 16 Prozent folgt die ärztliche Empfehlung; die Suche im Internet bevorzugen 10 Prozent.

Bereits 2018 befürworteten etwa Dreiviertel der Osteopathiepatienten eine berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie. Dieser Wert hat sich 2021 erneut eindrucksvoll bestätigt. Immerhin 21 Prozent der Befragten, die noch nie beim Osteopathen waren und für die eine osteopathische Behandlung bislang nicht infrage kommt, gaben als Grund dafür an, dass sie Sorge hätten, an einen unqualifizierten Behandler zu geraten.

Original-Content von: Verband der Osteopathen Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

**Wie lindert Bewegungstraining Schmerzen?

31.10.2021 – Wissenschaftler*innen von der Hochschule für Gesundheit in Bochum haben gemeinsam mit einem australischen Forscherteam untersucht, wie wirksam Bewegungstherapie bei Muskel-Skelett-Erkrankungen ist. Das Fazit ihrer Literaturstudie: Ein Bewegungstraining verringert zwar die Schmerzintensität bei Muskel-Skeletterkrankungen besser als eine medizinische Standardversorgung, aber es gibt noch nicht genügend Studien, die die Wirksamkeit gegenüber dem Placeboeffekt abgrenzen.

Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen beispielsweise Rückenschmerzen oder Fibromyalgie zählen, haben ein gemeinsames Hauptsymptom: Schmerzen. Gegen diese wird häufig eine Bewegungstherapie empfohlen. Jedoch ist bislang unklar, inwieweit der Therapie-Erfolg durch Faktoren wie den Placeboeffekt oder eine natürliche Besserung im Verlauf der Erkrankung bestimmt werden.

Deshalb hat sich ein Forscherteam an der Hochschule für Gesundheit in Bochum und Forscher*innen der Deakin University im australischen Melbourne die Studienlage zum Thema Bewegungstherapie gegen Schmerzen einmal genauer angesehen. Sie haben die Erkenntnisse von 79 einzelnen Studien in einer systemischen Übersichtsarbeit zusammengefasst und verglichen.

Ihre Ergebnisse zeigen, dass der Effekt eines Bewegungstrainings und der einer Placebobehandlung gleich groß sind. Die Evidenzgrundlage ist allerdings noch nicht so ausgeprägt, wie es zu wünschen wäre, erklären die Wissenschaftler*innen. Die Forschergruppe hatte nur vier Studien gefunden, die Bewegungstherapie und eine Placebo-Anwendung verglichen haben.

Aus anderen Studien wüssten sie, dass das Ritual des Besuchs bei einem Physiotherapeuten zur Behandlung, die Vorerfahrungen des Patienten und eine ganze Reihe anderer Faktorenbeeinflussen können, wie sehr eine Person von dieser Behandlung profitiert, erklären die Wissenschaftler*innen. Es sei ihnen daher wichtig zu betonen, dass die Bewegungstherapie und die damit verbundenen Faktoren der Behandlung nach wie vor wirksamer sind als eine medizinische Standardversorgung. Es müsse lediglich besser erforscht werden, worauf die Wirksamkeit beruhe. Diese Wissenslücke, sollte dringend geschlossen werden, da die Fragestellung von grundlegender Bedeutung ist.

Bei zukünftigen Studien zu Muskel-Skelett-Erkrankungen wäre es wichtig, immer die drei Optionen: Bewegungstherapie, Placebotherapie und keine Therapie miteinander zu vergleichen. Nur so könne man am Ende sicher feststellen, wie groß der Einfluss jeder Option auf die Schmerzlinderung sei.

Originalpublikation

Miller CT, Owen PJ, Than C, Ball J, Sadler K, Piedimonte A, Benedetti F, Belavy DL (2021) Attempting to separate placebo effects from exercise in chronic pain: A systematic review and meta-analysis. Sports Medicine, doi: https://doi.org/10.1007/s40279-021-01526-6

Quelle: Hochschule für Gesundheit, Bochum

**Yoga und Meditation können das Gehirn jung halten   

Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Gießen, der Charité in Berlin und verschiedener Universitäten in den USA legt nahe, dass Yoga und Meditation die negativen Effekte von Alterung auf Intelligenz und Gehirn verringern

Mit zunehmendem Alter lassen unsere Hirnfunktion und unsere kognitiven Fähigkeiten nach. Dazu gehört auch die sogenannte fluide Intelligenz, die für das Lösen neuartiger Aufgaben benötigt wird und mit dem Alter abnimmt. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), der Charité in Berlin und verschiedener US-amerikanischer Universitäten hat sich mit dieser wichtigen Art der Intelligenz beschäftigt. Die Forscherinnen und Forscher haben dabei festgestellt, dass die fluide Intelligenz bei erfahrenen Yoga-Praktizierenden und Meditierenden weniger schnell abnimmt als bei Personen ohne diese Praxis, aber mit gleicher Bildung und einem vergleichbar gesunden Lebensstil. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „Frontiers in Aging Neuroscience“ veröffentlicht.

weiter im Original zu lesen auf der Seite der Uni Gießen

Fluid intelligence and brain functional organization in aging yoga and meditation practitioners – english

http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fnagi.2014.00076/full

Citation: Gard T, Taquet M, Dixit R, Hölzel BK, de Montjoye Y-A, Brach N, Salat DH, Dickerson BC, Gray JR and Lazar SW (2014) Fluid intelligence and brain functional organization in aging yoga and meditation practitioners. Front. Aging Neurosci. 6:76. doi: 10.3389/fnagi.2014.00076


**Yoga: Hilft bei Reizdarmsyndrom

Patienten mit Reizdarmsyndrom können durch Yoga ihre Beschwerden und die Medikamenteneinnahme reduzieren. Das zeigen zwei Unterswuchungen aus den USA.

Wissenschaftler haben die Wirkung eines speziellen Yogaprogramms für Reizdarmsyndrom-Patienten überprüft. Dieses bestand aus wechselnden Atem-, Bewegungs- und Entspannungsübungen und wurde über einen Zeitraum von 24 Monaten an 97 Patienten überprüft.

Die Studienteilnehmer wurden in den ersten 12 Wochen auf drei Gruppen verteilt. Gruppe 1 (Yoga-Gruppe) übte jeweils dreimal pro Woche 1 h und beschränkte ihre Medikamenteneinnahme auf drei Tage pro Woche. Eine zweite Gruppe (KBDH-Newsletter Nr. 490ombinationsgruppe) übte gemeinsam mit Gruppe 1, nahm aber ihre Medikamente wie gewohnt ein. Die dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe (Warteliste), nahm weiter ihre gewohnten Medikamente und war dazu angehalten, dreimal wöchentlich einen 60-minütigen Spaziergang zu machen.

Nach Abschluss der ersten zwölfwöchigen Phase absolvierten die Teilnehmer der Kontrollgruppe das gleiche Yogaprogramm wie zuvor die Gruppen 1 und 2. In einer dritten Phase konnten alle Studienteilnehmer aus den drei Gruppen weitere 12 Wochen lang einmal wöchentlich unter Anleitung die festgelegten Yogaübungen praktizieren (Follow-up-Studie).

Sowohl in der Yoga- als auch in der Kombinationsgruppe verbesserte sich der Zustand der Patienten nach der ersten Studienphase signifikant stärker als im Vergleich zum Studienbeginn und im Vergleich zur Kontrollgruppe. Auch die Teilnehmer der Kombinationsgruppe konnte die Einnahme der bisher verwendeten Arzneimittel komplett einstellen oder stark reduzieren.

In Phase 2 profitierte die Wartelistengruppe ebenso eindeutig in Hinsicht auf ihren Krankheitszustand und die Lebensqualität.

Die Studie finden Sie hier und die Follow up-Untersuchung hier.

Quelle: BDH-Newsletter Nr. 490